Erlebnisshopping – die neue bunte Kaufhauswelt

Veröffentlicht: 1. November 2016 | 18:33 Uhr
Erlebnisshopping – die neue bunte Kaufhauswelt

Die Deutschen sollen mehr konsumieren, sie sollen shoppen gehen, denn dann kommen sie nicht mehr auf die Idee, ihr Geld zu sparen. Um die Bürger vom Sofa zu holen, gibt es ein neues, bahnbrechendes Konzept: Erlebnisshopping. Das Konzept kommt, wie sollte es auch anders sein, aus den USA, wo diese Art des Einkaufens schwer in Mode ist. Auf der schicken Düsseldorfer Königsallee öffnet jetzt nach amerikanischem Vorbild das erste Kaufhaus seine Pforten, das für seine Kunden den Einkauf zum Erlebnis macht.

Das Kaufhaus wird zur Bühne

Immer mehr amerikanische Kaufhäuser sind keine schnöden Konsumtempel mehr, die einzelnen Abteilungen verwandeln sich vielmehr in Bühnen mit prachtvollen Kulissen, auf denen der Kunde sich wie der Hauptdarsteller fühlen kann. Raffinierte Technik bestimmt das Bild und die Pläne stammen nicht länger nur von einem Architekten, viel wichtiger sind Verkaufspsychologen, nach deren Prognosen die Ware ins rechte Licht gerückt wird. Worauf soll der Blick des Kunden zuerst fallen, welchen Farbton muss das Licht haben damit der Kunde sich auch wirklich wohlfühlt? Die Ware wird nicht einfach nur platziert, sie wird fast schon museal in Szene gesetzt. Aber nicht nur das äußere Erscheinungsbild muss harmonieren, auch die Technik muss stimmen.

Der Kaufhof bringt das Erlebnisshopping nach Deutschland

Der Kaufhof hat sich für das Erlebnisshopping nach amerikanischem Vorbild entschieden und die Filiale auf der Kö wird so etwas wie ein Testballonballon. Wenn die Kunden das Konzept Erlebnisshopping positiv aufnehmen, dann werden auch die Filialen in München, Köln und Berlin umgestaltet. Für den Umbau will das Unternehmen bis 2018 die gewaltige Summe von 32 Millionen Euro ausgeben und hofft auf diese Weise wieder mehr Marktanteile zu gewinnen. Die neue Schuhabteilung in Düsseldorf öffnet pünktlich zum Weihnachtsgeschäft und dann wird sich zeigen, ob und wie das Erlebnisshopping bei den Kunden ankommt. 93 Filialen hat der Kaufhof in Deutschland und geplant ist, in den kommenden fünf bis sieben Jahren alle Häuser für insgesamt eine Milliarde Euro umzubauen.

Das Kaufhaus der Zukunft?

Die veraltete Handelsform, wie wir sie heute kennen, soll schon bald der Vergangenheit angehören. Im digitalen Zeitalter müssen sich die Händler umstellen und Erlebnisshopping soll ein erster Schritt in Richtung Zukunft sein. Die Deutschen gelten als besonders preisbewusst und die neuen Kaufhäuser sollen dazu beitragen, dass die Kunden nicht zum Kaufen animiert, sondern vielmehr verführt werden. Wohlfühlkonsum heißt das Zauberwort und im Fall des neuen Kaufhofkonzepts bedeutet dies, dass es alleine in der Schuhabteilung der Düsseldorfer Filiale 30 Verkäuferinnen geben wird, die den Kunden jeden Wunsch von den Lippen ablesen können.

Outlets in den Innenstädten

Bei rund 26 % lag der Anteil des Weihnachtsgeschäfts im vergangenen Jahr, in diesem Jahr, so schätzen Experten, wird das Geschäft wohl um 15 % einbrechen. Die Händler müssen sich etwas einfallen lassen, um eine Chance gegen die digitale Konkurrenz zu haben. Der Kaufhof hat sich für das Erlebnisshopping nach dem Vorbild aus den USA entschieden, andere Händler wollen andere Wege gehen. Outlets in der Innenstadt gehören ebenfalls zu den neuen Ideen, um die Menschen wieder in die Innenstädte zu locken. Bisher waren Outlet-Center nur auf der grünen Wiese zu finden, jetzt sollen sie näher in den Fokus der Kunden rücken. Auch diese Idee stammt aus den USA, wo zum Beispiel das berühmte Kaufhaus Saks hochwertige Ware mit Rabatten in den speziellen Stores in den Innenstädten verkauft. Das Konzept scheint aufzugehen, denn die Rabatte sind zum Teil sehr attraktiv, so werden beispielsweise Damenhosen, die regulär 75,- Dollar kosten, für 30,- Dollar angeboten. Fraglich ist jedoch, ob dieses Konzept auch in Deutschland Freunde finden wird. Die Deutschen lieben es zwar, zu sparen, aber wenn etwas sehr deutlich unter seinem eigentlichen Preis verkauft wird, dann werden die deutschen Kunden schnell misstrauisch.

Bild: © Depositphotos.com / Deklofenak

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Ulrike Dietz

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.