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Lebensversicherungen sind für Aufkäufer wieder interessant

Eine Lebensversicherung war sehr lange Jahre eine äußerst beliebte Möglichkeit, um für das Leben im Alter vorzusorgen, aber seitdem die EZB die Zinsen abgeschafft hat, wird diese Form der Altersvorsorge mehr und mehr unattraktiv. Für Aufkäufer von Lebensversicherungen sieht das ganz anders aus, den sie nutzen offenbar die zinslosen Zeiten aus, um immer Policen zu kaufen. Die neuen Akteure sind sehr fleißig, aber zahlt sich das auch für die Kunden aus, wenn sie ihre Lebensversicherung jetzt verkaufen?

Verkaufen oder beitragsfrei stellen?

Wer vor ein paar Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, der wird heute vielleicht enttäuscht sein, denn die Versicherung, die für ein sorgenfreies Leben im Alter sorgen sollte, bringt nichts mehr ein. Viele versuchen jetzt, aus der Versicherung noch Kapital zu schlagen und verkaufen ihre Police. Der Verkauf ist aber nur eine Option, viele entscheiden sich, den Vertrag beitragsfrei stellen zu lassen und dann abzuwarten, bis der Vertrag ausläuft. Diese Variante ist einfach, aber wenig attraktiv. Seit gut zwei Jahren ist der Verkauf auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen wieder in Bewegung, ein Markt, auf dem lange Jahre nicht allzu viel los war. Diejenigen, die Lebensversicherungen im großen Stil aufkaufen, können sich freuen, denn das Interesse steigt.

Lebensversicherungen schneller bewerten

Im Jahr 2007 wurden Policen von Lebensversicherungen im Wert von 1,4 Milliarden Euro aufgekauft, doch dann kam die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und das Aufkaufmodell verlor an Attraktivität. Viele wollten ihre Versicherung nicht verkaufen, sondern lieber abwarten, wie sich die Lage entwickeln würde. Dann kam das Jahr 2014 und mit ihm die Reform des Lebensversicherungsgesetzes. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Versicherungsgesellschaften sich anteilig an der Ausschüttung für Kunden beteiligen, die gekündigt hatten und das machte eine Kündigung natürlich deutlich attraktiver als einen Verkauf. Das ist heute anders und da die Aufkäufer im digitalen Zeitalter die Versicherungen schneller und einfacher bewerten können, boomt das Geschäft mit dem Verkauf von Lebensversicherungen.

Viele verdienen

Es sind nicht nur die Aufkäufer, die am Geschäft mit den verkauften Versicherungen sehr gutes Geld verdienen, auch die Vermittler, die den Kontakt zwischen den Kunden und den Interessenten herstellen, leben nicht schlecht vom neuen Boom. Es ist noch nicht allzu lange her, da haben die meisten Vermittler ihr Geschäft ein wenig kritisch gesehen, da nur ein eher geringer Anteil der Versicherungen auch tatsächlich rentabel war. Zudem dauerte die Zeit bis zur Auszahlung zu lange. Heute geht es deutlich schneller und unkomplizierter und das sorgt für eine immer besser werdende Quote.

Auf schwarze Schafe achten

Der Verkauf von Lebensversicherungen hatte und hat bis heute einen etwas faden Beigeschmack und das liegt vor allem an den zahlreichen schwarzen Schafen der Branche. Diese unseriösen Aufkäufer locken die Besitzer einer Lebensversicherung mit hohen Erlösen für ihre Policen, die am Markt angeblich zu attraktiven Bedingungen angelegt werden und dann später einen ebenso hohen Gewinn versprechen. Wer ein solches Angebot macht, der sollte immer sehr kritisch betrachtet werden, wer seine Versicherung erfolgreich verkaufen will, der sollte stattdessen auf einen Aufkäufer setzen, der eine sichere Einmalzahlung anbietet. Auch Verbraucherschützer sind der Ansicht, dass der Kunde für seine verkaufte Lebensversicherung sofort Geld sehen sollte, auf Ratenzahlungen sollte man sich nicht einlassen. Ein seriöser Aufkäufer hat keine Probleme damit, den Kunden sofort auszuzahlen und bietet zudem ein transparentes Konzept, an dem sich der Verkäufer orientieren kann.

Viele, die eine Lebensversicherung haben, bekommen derzeit Post von ihren Versicherern, die ihnen indirekt zur Kündigung raten. Besonders betroffen sind Versicherungen, die noch zu sehr attraktiven Konditionen abgeschlossen wurden, denn die Versicherungen müssten bei einer Kündigung die teuren Verträge nicht mehr bedienen. Experten raten allerdings von einer Kündigung ab und raten dazu, die Lebensversicherung lieber zu guten Bedingungen zu verkaufen oder sie beitragsfrei zu stellen.

Bild: © Depositphotos.com / utah778

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.