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<span class=ns>News:</span> Höhere Steuern für Reiche – das Patentrezept gegen Populismus?

Viele Menschen sind seit der Finanzkrise 2008 verunsichert und ihnen fehlt die wirtschaftliche Perspektive. Das führt zu steigender Unzufriedenheit und fördert den Populismus, diese Ansicht vertritt ein Wirtschaftsexperte, der Chefstratege der Finanzkonzern Allianz, Mohamed Aly El-Erian. Der Finanzstratege ist davon überzeugt, dass die europäischen Staaten dem Populismus den Wind aus den Segeln nehmen können, und zwar mit einer ungewöhnlichen Maßnahme.

Populisten nicht unterschätzen

El-Erian fordert, dass die Steuern für Reiche nicht gesenkt, sondern drastisch erhöht werden müssen, denn mit dieser Geste kann es gelingen, die Menschen wieder zu gewinnen, die jetzt noch auf die populistischen Strömungen setzen. Europa ist gut beraten, so El-Erian weiter, die Populisten ernst zu nehmen, denn wenn diese Gefahr unterschätzt wird, dann bekommen sie noch mehr Zulauf und das kann zu einer ernsten Gefahr für Europa werden.

Internationale Frustration

Die Frustration über das Establishment beschränkt sich nach Meinung von Mohamed Aly El-Erian nicht mehr nur auf die USA, denn dort hat sich die Wut der Menschen bereits durch die Wahl von Donald Trump geäußert. Das wachsende Interesse an populistischem Gedankengut ist auch die Quittung für die ständige Wachstumsschwäche, in der viele Volkswirtschaften gefangen sind. Durch ein eher geringes Wachstum wächst die wirtschaftliche Ungleichheit und das sorgt für eine immer größer werdende Frustration und die Menschen verlieren immer mehr ihre Perspektive.

Die Wutbürger

Die Menschen in Europa und in den USA reagieren immer mehr mit Wut darüber, dass es einige wenige gibt, die überdurchschnittlich gut vom Wachstum profitieren, während auf der anderen Seite immer mehr Menschen nicht mehr wissen, wie sie von ihrer Arbeit leben sollen. Das bringt vor allem das politische Establishment immer weiter in die Defensive und bietet einen Nährboden für Populisten aller Art. Die Politik hat die Arbeit zu lange den Notenbanken überlassen, deren Arbeit aber immer sehr schädliche Nebenwirkungen hat. Das macht die Menschen wütend, sie verlieren das Vertrauen in die Politik und diese Wut macht die Populisten immer stärker.

Bild: © Depositphotos.com / gunnar3000

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.