Wie die großen Modehäuser um ihre Existenz kämpfen müssen » Finanzen Heute

Wie die großen Modehäuser um ihre Existenz kämpfen müssen

Sieben Jahre sind seit der Pleite des Kaufhauskonzerns Karstadt vergangen, jetzt befindet sich wieder eines der großen Modehäuser in einer prekären Situation. C&A – diese beiden Buchstaben haben seit Jahrzehnten einen guten Klang, aber es hat den Anschein, als müsste das Unternehmen kämpfen, um sich weiter am Markt behaupten zu können. Zu groß ist die Konkurrenz aus dem Internet und zu präsent sind die neuen Modehäuser wie Zara, Mango, H&M oder Primark. Sie machen einem Traditionshaus wie C&A zunehmend das Leben schwer, aber das Unternehmen will nicht kampflos untergehen.

Die Umsätze brechen ein

Die Familie Brenninkmeijer gilt als ausgesprochen verschwiegen und wenn ein Mitglied dieser Familie an die Öffentlichkeit geht, dann bedeutet das wenig Gutes. Lange Zeit waren die Umsätze stabil, aber jetzt sind sie zurückgegangen, das sagte Philippe Brenninkmeijer, der Europa-Chef von C&A der Fachpresse. Aber das Unternehmen will jetzt ein Zeichen setzen, denn bislang ist es gelungen, gut mit rückgängigen Umsätzen umzugehen, aber auf Dauer ist so etwas natürlich nicht nachhaltig. Nach den Worten von Brenninkmeijer will man bei C&A nun den Trend umkehren, aber ob das wie gewünscht gelingt, das ist mehr als fraglich.

Radikale Veränderungen

Es sind die radikalen Veränderungen, mit denen die bekannten Modehäuser wie C&A zu kämpfen haben. Früher war C&A eine der ersten Adressen, wenn die Familie sich neu einkleiden wollte, heute geht die Familie lieber zu einem der neuen billigen Modehäuser und das macht den Markt immer härter und unübersichtlicher. Die Jugend ist schon lange auf Schnäppchenjagd und findet eine modisch ansprechende Mode für wenig Geld nicht mehr bei C&A, sondern bei Primark oder bei H&M. Aber nicht nur die wachsende Zahl der stationären Shops macht einem Traditionsunternehmen wie C&A zu schaffen, es sich auch die vielen Outlets, die nicht länger auf der grünen Wiese vor den Toren der Städte, sondern auch immer öfter in den Städten zu finden sind.

Die Modehäuser haben zu spät reagiert

Man habe die Geschwindigkeit unterschätzt, mit der sich der Markt verändert hat, musste Brenninkmeijer zugeben und man hätte ohne Zweifel viel schneller auf die Veränderungen reagieren müssen. Wie viele andere alt-eingesessene Modehäuser, so will auch C&A jetzt handeln und eine Milliarde Euro investieren. Vor allem im Online-Handel will das Unternehmen seine Umsätze in nur vier Jahren verdreifachen. Geplant ist auch eine Umgestaltung der Filialen, die für die Kunden attraktiver gemacht werden sollen. Das Ziel ist es, bis Ende des nächsten Jahres ein Drittel der Geschäfte zu modernisieren und bis 2021 sollen es schon 80 % der Filialen sein. Auch in der Werbung möchte C&A wieder durchstarten und in sechs Jahren wieder ein stabiles Wachstum erzielen.

Eine Imagefrage

Rein theoretisch sehen die Pläne von C&A sehr gut aus, aber lassen sie sich auch so in die Praxis umsetzen? Marketingexperte haben da so ihre Zweifel, denn C&A hat kein klar definiertes Image, die Kunden wissen nicht so genau, wofür C&A eigentlich steht. Die Marke müsste von Grund auf erneuert werden und das braucht nach Ansicht von Experten sehr viel Zeit. Damit steht C&A vor einer mehr als großen Herausforderung, aber ein Comeback ist durchaus möglich. Was den Konzern stark macht, das ist die große Kapitalkraft der Familie Brenninkmeijer, denn die Familie gehört zu den reichsten Familienunternehmen in Europa. Zudem ist C&A dafür bekannt, dass alle Entscheidungen, die einmal getroffen wurden, auch konsequent in die Tat umgesetzt werden. Nicht zum ersten Mal hat sich das Unternehmen aus eigener Kraft aus dem Tief geholt und sich vollkommen neu erfunden.

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass sich kein etabliertes Modehaus mehr auf seinen Lorbeeren ausruhen kann, denn die Konkurrenz ist in nur wenigen Jahren sehr stark gewachsen.

Bild: © Depositphotos.com / martinkay19

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.