Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Tod des ehemaligen SPD-Chefs Hans-Jochen Vogel hat parteiübergreifend für Betroffenheit gesorgt. "Unser Land verliert einen großen und engagierten Sozialdemokraten", schrieb CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntagnachmittag bei Twitter. Vogel sei eine große Persönlichkeit gewesen, die über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt worden sei.

Unterdessen würdigte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak den verstorbenen Sozialdemokraten als "pflichtbewussten Politiker mit einer Biographie voll deutscher Geschichte". Vogel habe sich um Deutschland verdient gemacht. "Mit ihm geht ein kluger Kopf und streitbarer Demokrat von uns", so Ziemiak. CSU-Chef Markus Söder schrieb, dass Deutschland mit Vogel eine "herausragende Persönlichkeit" verliere. "Über Parteigrenzen hinweg genoss er durch seine glaubwürdige Politik und authentische Art höchstes Ansehen." Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nannte Vogel unterdessen einen "echten Sozialdemokraten mit über jeden Zweifel erhabener Integrität". Die FDP werde besonders Vogels progressives Wirken als Justizminister der sozialliberalen Koalition nicht vergessen, teilte Lindner über Twitter mit. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch meldete sich über den Kurznachrichtendienst zu Wort. Er bezeichnete Vogel als ein "sozialdemokratisches Urgestein". Der SPD-Politiker habe das politische Geschehen der Bonner Republik ebenso mitgeprägt wie die Anfangszeit der Wiedervereinigung. "Ein kluger, scharfer Geist. Die deutsche Sozialdemokratie verliert einen Großen", so Bartsch. Vogel war am Sonntag im Alter von 94 Jahren nach langer Krankheit in München gestorben. In seiner politischen Karriere hatte er zahlreiche wichtige Ämter übernommen. Den Parteivorsitz der SPD hatte er zum Beispiel von 1987 bis 1991 inne. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion war Vogel von 1983 bis 1991.