Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach sieben Jahren an der Spitze der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gibt Ingo Kramer das Amt als ihr oberster Interessenvertreter gegenüber der Bundesregierung vorzeitig ab. Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger soll Kramer Ende November folgen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet. Das wiederum eröffnet Spielraum für Spekulationen, wer die Metallarbeitgeber in die kommenden schwierigen Tarifrunden führt.

Warum sich Kramer zwölf Monate vor dem turnusmäßigen Ende seiner Amtszeit zurückzieht, begründet er in einem am Freitag abgeschickten Schreiben an die Präsidiumsmitglieder der BDA, über das die FAZ berichtet. Er erinnert darin an die Terminlage, nach der die Bildung der neuen Bundesregierung und die planmäßige Wahl des BDA-Präsidenten im nächsten Jahr fast gleichzeitig stattfinden. Er wolle sein Amt daher vorzeitig übergeben, damit "einem Nachfolger bzw. einer Nachfolgerin" genügend Zeit bleibe, sich einzuarbeiten und "aktiv an der Debatte über Schwerpunkte der neuen Legislaturperiode" mitzuwirken. Der Präsidiumssitzung am 30. September werde er vorschlagen, Rainer Dulger auf der Mitgliederversammlung im November wählen zu lassen. Kramer hebt hervor, dass er Dulger persönlich aus einer "langjährigen Zusammenarbeit in der Metall- und Elektroindustrie" kenne und "außerordentlich" schätze. Offiziell schweigen die Verbände noch, aber in der BDA heißt es, die Wahl gelte als sicher. Schon seit 2012 führt der 56 Jahre alte Dulger Gesamtmetall, den Arbeitgeber-Dachverband der Metall- und Elektroindustrie mit vier Millionen Beschäftigten. Dazu zählen die Autoindustrie, der Maschinenbau, aber auch Eisengießereien und Medizintechnikhersteller. Im Hauptberuf ist Dulger Geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Herstellers von Dosier- und Spezialpumpen mit 2.700 Beschäftigten, gegründet 1960 von seinem Vater.