Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat die EU-Gipfelbeschlüsse begrüßt und die Aufnahme gemeinsamer Schulden gegen Kritik verteidigt. "Die EU nimmt erstmals gemeinsame Schulden auf, um den Weg zurück zu Wachstum und neuen Arbeitsplätzen in einer außergewöhnlichen Situation zu ermöglichen", sagte Kramer der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe). "Es handelt sich um eine extern verursachte Krise ohne eigenes Verschulden der Staaten, die diesen besonderen Schritt der Solidarität in Europa erforderlich macht", so der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

"Die Einigung auf einen neuen mehrjährigen EU-Haushalt und einen Aufbaufonds ist ein starkes Signal: Die EU steht für Solidarität und gegenseitige Unterstützung in den schweren Zeiten der Pandemie mit beispielloser Rezession", sagte Kramer. "Die langwierigen Verhandlungen auf dem Weg zum Ergebnis irritieren mich dabei keineswegs, sondern sind bei komplexen Themen ein normaler Vorgang, der mir aus meinem gesamten Berufsleben vertraut ist", so der BDA-Präsident. Er sagte allerdings auch: "Die Gelder müssen zukunftsorientiert investiert, das heißt mit den richtigen politischen Prioritäten unterlegt werden, was zu Recht einer gesonderten kontrollierenden Begleitung durch Kommission und Europäischen Rat bedarf."