Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Berater der Bundesregierung fordern eine nationale Strategie, um Daten und Wissen in Forschung und Wirtschaft viel schneller zu veröffentlichen. "Nur so können Wissen und Innovationen für die Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit nutzbar gemacht werden und neue Geschäftsmodelle entstehen", mahnen die Experten des sogenannten "Hightech-Forums" in einem Papier, über welches das "Handelsblatt" berichtet. Die Covid-19-Pandemie habe gezeigt, "wie entscheidend der rasche Zugang zu Daten in Verbindung mit internationaler und offener Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit für die Gesellschaft ist" – das müsse auch für alle anderen Disziplinen genutzt werden.

"Wir sind erst am Beginn des Weges zu mehr Offenheit. Verschwiegenheit war lange eine Tugend, sei es in Unternehmen oder in der Forschung – wir lernen erst jetzt, was es zu gewinnen gibt", sagte Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und Sprecher des Teams "Offene Wissenschaft und Innovation" im Hightech‐Forum. "Wir brauchen einen Kulturwandel: Wir müssen auf eine neue Art Wissenschaft betreiben und die Chancen begreifen, die es bringt, Daten zu teilen, etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit oder Mobilität." Dazu müssten die Forschungsförderung umstrukturiert und neue Anreize und Stellenprofile in der Wissenschaft etabliert werden. Frankreich, die Niederlande oder Finnland hätten bereits jetzt Nationale Strategien oder Koordinatoren für eine offene Wissenschaft, mahnt das Hightech-Forum. In Deutschland hingegen würden die Potenziale offen zugänglicher Daten noch viel zu wenig genutzt. Die Bundesregierung müsse daher dringend ihre vorhandenen zersplitterten Aktivitäten koordinieren: Die Datenstrategie der Bundesregierung insgesamt, die Open-Access-Strategie des Forschungsministeriums und der Digitalisierungsplan des Innenministeriums für die Bundesverwaltung könnten nur voll wirksam werden, wenn sie auch aufeinander abgestimmt werden, so das Forum.