Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Deutschland kann mit den national und über die Europäische Union reservierten Impfstoffen knapp 170 Millionen Menschen impfen. Das geht aus einem internen Papier des Bundesgesundheitsministeriums hervor, über welches das "Handelsblatt" berichtet. Demnach kann die Bundesrepublik mit rund 300 Millionen Impfstoffdosen rechnen.

Da die Präparate der meisten Hersteller aber für einen Immunschutz doppelt verimpft werden müssen, liegt die "Anzahl der Anwendungen" nur bei etwas über der Hälfte der bestellten Dosen. Rund 250 Millionen Impfdosen stammen demnach aus der gemeinsamen Beschaffung in der Europäischen Union. Aus den über die EU-Kommission abgeschlossenen Verträgen erhält die Bundesrepublik mindestens den bei 18,6 Prozent liegenden Anteil der deutschen Bevölkerung an der europäischen Gesamtbevölkerung. Daneben hat Deutschland die Aussicht auf gut 50 Millionen Impfdosen über Vereinbarungen mit drei nationalen Impfstoffherstellern: Biontech, Curevac und IDT Biologika. Drei Impfstoffkandidaten sind im Bewertungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) dem Papier von Anfang Dezember zufolge besonders weit fortgeschritten. Die Zulassung des Biontech-Präparats werde bis zum 30. Dezember 2020 erwartet. Über die EU kann Deutschland mit rund 39 Millionen, über den nationalen Weg mit weiteren 30 Millionen Dosen rechnen. Ebenfalls vorne ist der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna, der Beschluss der EMA werde bis zum 12. Januar 2021 erwartet. Deutschland kann sich im Rahmen des EU-Einkaufs auf mindestens 15 Millionen Dosen einstellen. Aussichtsreich ist auch der Impfstoff des Pharmakonzerns Astra-Zeneca, knapp 56,3 Millionen Dosen seien für Deutschland über die EU reserviert.