Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup schlägt angesichts der Coronakrise Alarm. Zwar habe die Krise den Hauptstadtflughafen BER "glücklicherweise zu einem Zeitpunkt ereilt, wo wir baulich so gut wie fertig waren", sagte Lütke Daldrup dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe). "Aus ökonomischer Sicht ist die Situation aber dramatisch. Wir erleben die größte Luftverkehrskrise seit dem Zweiten Weltkrieg."

Laut Lütke Daldrup verlor der BER infolge der Coronakrise im April und Mai jeden Tag eine Million Euro. Um die Liquidität des Flughafens aufrechtzuerhalten sei weiter staatliche Hilfe notwendig. "Wir werden weitere Hilfe unserer Eigentümer benötigen", sagte Lütke Daldrup mit Blick auf die Airport-Eigner Berlin, Brandenburg und den Bund. Selbst mit einem Impfstoff sei nicht sicher, dass dann "die Freude an unbeschwertem Reisen" wieder zurückkehre. "Wenn es ab Frühjahr gut läuft, werden wir sehr schnell an alte Zeiten anknüpfen können", so der Airport-Chef. "Ansonsten wird auch das nächste Jahr für uns ziemlich schwierig." Bis das Vor-Corona-Niveau erreicht sei, würden drei bis vier Jahre vergehen, vielleicht auch fünf. Die Businessplanung vor Corona habe ein positives Ergebnis ab 2025 vorgesehen, so Lütke Daldrup. Wann jetzt die ersten Gewinne möglich seien, sei "eine Tausend-Dollar-Frage", die keiner beantworten könne – auch nicht die Fluggesellschaften. "Ich kann auch nicht beantworten, welche Airline im nächsten Jahr noch existiert." Alle müssten, so bitter das sei, zurzeit auf Sicht fahren. Aber die weitere Entwicklung werde stark davon abhängen, wann wirksame Impfstoffe verfügbar seien und in welchen Ländern. "So lange haben wir alle in der Luftverkehrsbranche ein gravierendes Problem."