Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Ökologisch hergestellte Produkte werden nach Ansicht vieler Konsumenten überteuert verkauft – und können sich deshalb auf dem Massenmarkt nicht durchsetzen. Das ist, wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Demnach sind 80 Prozent der Verbraucher gewillt, mehr für nachhaltige Produkte auszugeben, fast drei Viertel von ihnen würden aber maximal einen zehnprozentigen Bio-Preisaufschlag akzeptieren.

Tatsächlich seien umweltfreundliche Waren im Schnitt bis zu 85 Prozent teurer als herkömmliche. Modefirmen sowie Anbieter von Kosmetik- und Gesundheitsartikeln schlügen teils sogar mehr als 150 Prozent auf. Nötig sei das aber angeblich nicht, so die Berater. Die Produktion nachhaltiger Waren sei meist nur rund zehn Prozent teurer. Hinzu kämen nötige Zertifizierungen. Den großen Reibach machten demnach die weiterverarbeitende Industrie und Händler, die für 70 bis 80 Prozent des Preisanstiegs sorgten – obwohl ihnen kaum höhere Nachhaltigkeitskosten entstünden. So würgten die Unternehmen den Markt für ökologische Produkte selbst ab, schreiben die Autoren: Mittlerweile würden 58 Prozent der Kunden in Deutschland zwar gern nachhaltig einkaufen, lediglich 33 Prozent täten es jedoch auch.