Bremen (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende der Sportministerkonferenz (SMK), Anja Stahmann (Grüne), sieht das Vertrauen in den Profi-Fußball erschüttert. Das umstrittene Video von Hertha-Profi Salomon Kalou habe der ganzen Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Bärendienst erwiesen, sagte die Bremer Sportsenatorin am Mittwoch im RBB-Inforadio. Auf dem Papier seien das gute Regeln, die sich die DFL gegeben habe, aber sie müssten auch gelebt werden.

Von den Hygieneverstößen, die in dem Video gezeigt werden, sei sie ebenso geschockt und erschüttert wie ihre Kollegen, so Stahmann. Es sei jetzt umso wichtiger, dass transparent gearbeitet werde. Sie habe auch gehört, dass es in einigen Vereinen Maulkörbe bei positiven Covid-19-Tests geben soll – das gehe nicht. Zu möglichen Konsequenzen äußerte sich Stahmann zurückhaltend. Es könnte sein, dass eine ganze Mannschaft vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden müsse. Das stelle dann das Spielprinzip der Bundesliga infrage. Dennoch hielt sie am geplanten Zeitplan für eine Rückkehr in den Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga fest. Die sei zwischen Mitte und Ende Mai denkbar. Stahmann selbst hält Ende Mai für realistischer. Dabei sei eine zweiwöchige Quarantäne, aber auch ausreichend Trainingszeit schon eingerechnet.