Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Union regt sich Unmut darüber, dass viele Schulen und Lehrkräfte immer noch nicht ausreichend für die Herausforderungen der Corona-Pandemie gewappnet sind. Schon jetzt sei klar, "dass der Unterricht auf absehbare Zeit aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause bestehen wird", erklärte Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus in einem internen Schreiben an die CDU/CSU-Abgeordneten, über welches das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) berichtet. "Damit dreht sich die Diskussion erneut um die digitale Ausstattung von Schulen, Lehrern und Schülern."

Brinkhaus erinnerte daran, dass der Bund im Zuge der Coronakrise zusätzlich zum sogenannten Digitalpakt Schule 500 Millionen Euro bereitgestellt habe, damit die Schulen mobile Endgeräte anschaffen können. Jetzt seien die Bundesländer am Zug. "Sie müssen nicht nur Hygiene-, sondern auch Digitalisierungskonzepte entwickeln", so der Unionsfraktionschef. Hier sieht der CDU-Digitalpolitiker Tankred Schipanski große Versäumnisse. "Insbesondere ist es die Kultusministerkonferenz, die erneut versagt", sagte Schipanski dem "Handelsblatt". Schon vor drei Jahren hätten die Minister eine Strategie zur "Bildung in der digitalen Welt" beschlossen. Doch der "wohlklingenden" Strategie fehle es an Verbindlichkeit, Kontrolle und Effektivität. "Ich erwarte von der Kultusministerkonferenz endlich eine Sondersitzung zum Thema digitale Schulbildung mit klaren, verbindlichen Maßnahmen für alle Bundesländer", sagte der CDU-Politiker. Nicht nachvollziehen kann Schipanski außerdem, dass auch mehr als ein Jahr nach Inkrafttreten des "Digitalpakts Schule" zur technischen Aufrüstung der Schulen die Mittel aus dem 5,5-Milliarden-Euro-Topf weiter nur langsam abließen. Zum Abruf der Gelder sei ein Medienkonzept notwendig. "Dieses als bürokratische Hürde zu bezeichnen, zeugt von Unkenntnis", so der CDU-Politiker. "Denn ohne ein entsprechendes Konzept können die Mittel nicht zielgerichtet und effizient eingesetzt werden."