Der südwestdeutsche Rundfunk hat mit einer Meldung für Furore gesorgt, indem man behauptete, Schäuble wäre in der Lage, aus Schulden Geld zu machen. Diese Meldung führt auf den aktuellen Negativzins in Bezug auf die Staatsanleihen zurück. Doch wie ist es unserem Bundesfinanzminister gelungen, daraus Profit zu schlagen?

Anleihen vom Staat und Negativzinsen

Mittlerweile sehen wir uns mit einer äußerst skurrilen Situation konfrontiert, denn wer derzeit Anleihen direkt vom Staat übernimmt und sich Geld leiht – bekommt keine Zinsen. Ganz im Gegenteil: Beim aktuellen Negativzins zahlt man sogar um -0,05 % drauf. Der Geldgeber kauft vom Staat eine Anleihe zu einem höheren Preis, als er im Endeffekt zurückbekommt.

So mussten die Anleger knapp 105 % für eine Laufzeit von zehn Jahren hinlegen. 100 % erhalten sie jedoch nach Ablauf der Zeit zurück. Was macht diese Anlage eigentlich noch lukrativ: Diese Form gilt als krisensicher, sodass Anleger davon ausgehen, dass sie ihr Geld auch wieder zurückbekommen und nicht verlieren.

So verdient Bundesfinanzminister Schäuble an den Negativzinsen

Der Schuldige an den Negativzinsen bleibt die europäische Zentralbank – sie kauft enorm viele Staatsanleihen und ist in der Lage, die gegenwärtigen Renditen erheblich zu drücken. Über einen steigenden Ankauf kommt mehr Geld in den Markt – wobei der eigentliche Wert sinkt.

Der Bund reibt sich in diesem Fall die Hände, denn man hat in diesem Zustand tatsächlich 1,5 Milliarden Euro verdient. Wobei der Finanzminister sich an die Vorgaben des Bundeshaushalts und des Parlaments halten muss, was fortlaufende Investitionen betrifft. Sind auch weiterhin Negativzinsen zu erwarten? Schließlich erfolgte erst kürzlich die Ankündigung der US-amerikanischen Nationalbank, die ihre Zinsen wieder erhöhen möchte. Wir bleiben am Ball und halten Sie auf dem Laufenden.

Bild: © Depositphotos.com / Knut_Wiarda