Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Fünf Monate vor dem CDU-Bundesparteitag spricht sich bereits die Mehrheit der christdemokratischen Landesverbände für die Einführung eines allgemeinen Dienstpflichtjahres für Männer und Frauen aus. Neun der 15 Verbände erklärten in einer Erhebung der "Rheinischen Post", sie seien für ein verbindliches Gesellschaftsjahr beziehungsweise ein verpflichtendes "Deutschlandjahr", vier Verbände sind noch unentschlossen, darunter Nordrhein-Westfalen mit den meisten Delegierten auf dem Parteitag. Gegen ein Pflichtjahr sprachen sich die Landesverbände von Rheinland-Pfalz und Hessen aus.

Damit wird dennoch erstmals klar, wie groß die Sympathie in der Partei für ein solches Pflichtjahr ist. Es ist wohl nicht mehr auszuschließen, dass die Forderung nach einer verpflichtenden gemeinnützigen Arbeit für alle in das neue Grundsatzprogramm und später ins Programm der Partei für die Bundestagswahl 2021 aufzunehmen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sagte der Zeitung: "Ich habe große Sympathien für die Idee eines Dienstjahres, weil davon alle Seiten profitieren können. Am geeignetsten und sinnvollsten wäre ein verpflichtendes Jahr für alle." Diskussionsbedarf haben nach eigenen Angaben neben NRW noch Schleswig-Holstein, Thüringen und Berlin.