München (dts Nachrichtenagentur) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte trotz der Corona-Pandemie mit Auflagen zu erlauben. "Bei den Weihnachtsmärkten haben wir noch Zeit, die wir für eine gute Planung nutzen können. Wir können zum Beispiel einheitliche Laufwege mit Ein- und Ausgang organisieren", sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben).

"Auf manchen Feuerzangenbowlestand, der eher an Après-Ski-Veranstaltungen in Ischgl erinnert, müssen wir dieses Jahr aber sicher verzichten." Söder warb um Verständnis für die Einschränkungen: "Die Wahrscheinlichkeit, dass Corona uns ewig beschäftigt, ist nicht so hoch. Warum soll es nicht möglich sein, ein Jahr lang etwas mehr Disziplin zu wahren?" Es gehe den Menschen "so gut" in Deutschland. "Ein bisschen mehr Demut und Freude darüber würde uns allen wirklich helfen." Der CSU-Chef appellierte an die Bürger: "Wir sollten uns nicht nur fragen, was unser Maximalvergnügen ist, sondern welchen Beitrag wir leisten können, um uns und andere zu schützen." Das gelte gerade für die Freizeit- und Urlaubsplanung. Für die Fußball- Bundesliga pochte Söder auf einheitliche Regelungen. "Die Liga muss selbst überlegen, ob sie jetzt tatsächlich einen Flickenteppich will. Das führt zu einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung unter den Vereinen, wenn nur an bestimmten Spielorten einheimische Fans ins Stadion dürfen", sagte er. Man habe in der Schalte der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin doch ein gutes Verfahren vereinbart – bis Ende Oktober wolle man für alle eine einheitliche Regelung. Dies sei im Sport besonders wichtig. Die eigentliche Herausforderung in der Corona-Pandemie stelle sich im Herbst und Winter, wenn Erkältungen und eine Grippewelle hinzukommen. "Die große Gefahr ist immer der exponentielle Sprung und die Unkontrollierbarkeit des Geschehens", warnte er. In Spanien oder Frankreich sei das Infektionsgeschehen kaum mehr nachvollziehbar und könne außer Kontrolle geraten. "Wenn das mit einer Grippewelle zusammentrifft, droht eine Corona-Schockwelle, die das Gesundheitssystem enorm belasten würde." Daher sei ein konsequentes und langfristiges Corona-Management notwendig. "Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen – auch mit harten Bußgeldern."