Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der DBB-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach hat vor dem Beginn der Tarifverhandlungen für Beschäftige im Öffentlichen Dienst gefordert, dass über Angestellte in der Pflege separat verhandelt werden soll. "Das ist eine unserer Forderungen, dass wir einen separaten Pflegetisch miteinander vereinbaren wollen mit den Arbeitgebern, weil die Situation in den Pflege-Einrichtungen und in den Krankenhäusern brutal ist", sagte Silberbach in der Sendung "Frühstart" von RTL und n-tv. Die Pflegekräfte hätten keine Zeit mehr für die Menschen, die sie pflegen und in Krankenhäusern herrsche "Akkordbetrieb".

Weiter sagte der Verhandlungsführer: "Wenn unser Gesundheitsminister ins europäische und nicht-europäische Ausland reist, um Pflegekräfte für uns zu gewinnen, dann muss uns das ein Alarmsignal sein, dass man zu den hier vorhandenen Arbeits- und Einkommensbedingungen keine Menschen gewinnen kann. Deswegen ist hier dringender Handlungsbedarf." Die bevorstehenden Verhandlungen würden wohl "sehr hart, weil die kommunalen Arbeitgeber schon wieder Beton anrühren", so Silberbach. Auch Warnstreiks und Streikaktionen schloss der Gewerkschafter nicht aus. "Wenn die Arbeitgeber sich weiterhin so hart benehmen, wie sie es derzeit tun – und dass, obwohl die Kassen nicht so klamm sind, wie die Arbeitgeber gerne darstellen – dann kann es auch zu Streikaktionen kommen." Silberbach fügte hinzu, dass sehr wohl Geld für die Beschäftigen im Öffentlichen Dienst da sei: "Wenn wir Milliardenbeträge in die Automobilindustrie pumpen, und lassen auf der anderen Seite dort auch noch betrügerische Machenschaften zu, dann können wir nicht akzeptieren, dass die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes wieder das Sparschwein der Nation sein sollen."