Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Deutsche Außenpolitiker haben nach dem Verschwinden der Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa die Regierung von Weißrussland scharf kritisiert. "Das ist eine Schmierenkomödie sondergleichen", sagte Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin dem Nachrichtenportal T-Online. Dass sich Kolesnikowa der Abschiebung entzogen habe, "indem sie offenbar ihren Pass zerrissen hat, war eine mutige Entscheidung."

Ihre Botschaft an Lukaschenko sei ganz klar, "dass sie ihm das Land nicht überlassen wird". Kolesnikowa müsse umgehend freigelassen werden. Auch SPD-Außenpolitiker Nils Schmid sagte dem Nachrichtenportal: "Frau Kolesnikowa wird offensichtlich gegen ihren Willen festgehalten. Sie muss sofort freigelassen werden – so wie die anderen politischen Gefangenen auch." Schmid forderte, dass die EU Druck auf den Machthaber Alexander Lukaschenko ausübt. "Lukaschenko ist persönlich für das Wohlergehen und die Bewegungsfreiheit von Frau Kolesnikowa politisch verantwortlich. Die EU sollte ihn auch persönlich zur Rechenschaft ziehen, wenn die Haft fortdauert", so der Sozialdemokrat. Trittin sprach sich unterdessen auch für wirtschaftliche Konsequenzen aus.