Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sieht in der Corona-Pandemie auch eine Chance, den Strukturwandel in der Autoindustrie voranzutreiben. Gerade den Zulieferern fehle es noch an erfolgreichen Geschäftsmodellen, sagte Fratzscher am Mittwoch in einem Podcast des RBB-Inforadios. Die Pandemie beschleunige hier den ohnehin fälligen Strukturwandel hin zu neuen Antriebsformen.

So brauche ein Elektromotor deutlich weniger Teile als ein Verbrennungsmotor. Die Firmen müssten sich entsprechend neu aufstellen. "Gewisserweise beschleunigt die Pandemie den Strukturwandel, der eh notwendig ist. Und wenn man sich jetzt eh neu aufstellen muss, die Nachfrage eingebrochen ist für Autos, ist eigentlich jetzt der richtige Zeitpunkt, das zu tun." Der Staat nehme riesige Gelder in die Hand, um Wirtschaft, um Unternehmen, um Beschäftigte zu unterstützen. "Er sollte den Großteil des Geldes in die Hand nehmen, um eben diesen Strukturwandel zu unterstützen." Der DIW-Chef sieht staatliche Hilfen in diesem Zusammenhang eher kritisch. Die Umstellung sei Aufgabe des Managements. Der Staat könne aber unterstützen, indem er in eine moderne Lade-Infrastruktur investiere, die den Umstieg erleichtert.