Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit ist die Zufriedenheit der Bürger mit der Demokratie in Ost und West unterschiedlich stark ausgeprägt. Dies geht aus dem Jahresbericht zum Stand der Einheit hervor, über den das "Handelsblatt" (Montagausgabe) berichtet. Zur Bilanz nach 30 Jahren gehöre auch, dass "der Zuspruch zur Demokratie und den Institutionen in Deutschland in den neuen Ländern heute geringer ist", zitiert die Zeitung aus dem Bericht.

Die politischen Wertüberzeugungen in den neuen und den alten Ländern sind demnach "eines der wenigen Felder, in denen man noch ein unterschiedliches Bild findet". Kennzeichnend dafür sei eine in den neuen Ländern "durchgängig skeptischere und auch kritischer ausgeprägte Grundeinstellung gegenüber Politik", konstatiert die Bundesregierung in dem Bericht. Eine Unzufriedenheit nennenswerter Teile der Bevölkerung, die überall in Deutschland nachweisbar sei, sei somit in den neuen Ländern "nochmals stärker ausgeprägt". Das Kabinett soll den innerhalb der Bundesregierung abgestimmten Jahresbericht am 16. September billigen, dann soll er offiziell vorgestellt werden. Der Tag der Deutschen Einheit ist am 3. Oktober.