Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht durch das Ausscheiden des Salzstocks in Gorleben als möglicher Endlagerstandort für Atommüll die Glaubwürdigkeit des Verfahrens gestärkt. "Die oft kritisierte `weiße Landkarte` als Ausgangspunkt hat sich bewährt. Dass nach der geowissenschaftlichen Abwägung nunmehr bereits im ersten Schritt der Ausschluss von Gorleben erfolgte, sollte all jene nachdenklich stimmen, die sich diesem Verfahren bisher beharrlich verweigert haben", sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesumweltminister dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Trittin übte scharfe Kritik an der bayerischen Landesregierung: "Dass das Bundesland Bayern jetzt den Zwischenbericht der BGE attackiert, ist ein Stück aus dem Komödienstadl", sagte er. "Zu Zeiten von Franz-Josef Strauß galt im Freistaat noch der Satz von `Pacta sunt servanda`, das Prinzip der Vertragstreue. Dass der Strauß-Epigone Markus Söder sich daraus nun davonschleichen will, ist mehr als peinlich." Der Grünen-Politiker warf dem bayerischen Ministerpräsidenten "Provinzialismus" vor. "Bayern hat in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen Atomkraftwerken massiv zur nun zu lagernden Menge Atommüll beigetragen. Nun will es zur Lösung des Problems keinen Beitrag leisten", kritisierte Trittin.