Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Entwicklung der Corona-Warn-App ist die Bundesregierung davon ausgegangen, dass weniger als ein Drittel der Bevölkerung die Smartphone-Anwendung nutzen wird. Das berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf die Verträge zwischen der Bundesregierung und der beteiligten Unternehmen Telekom und SAP. Bei den Annahmen zum Datenfluss wurde demnach von 25 Millionen Nutzern ausgegangen. Die App ist zudem darauf ausgelegt, dass sich maximal 10.000 Nutzer täglich als infiziert melden, berichtet die Zeitung.

Das Bundesgesundheitsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass bei der Dimensionierung der App die Infektionszahlen aus dem Frühjahr zu Grunde gelegt worden seien. "Sowohl die Nutzerzahlen als auch die Infiziertenzahlen und das daraus resultierende Datenaufkommen werden im Betrieb durch die Vertragspartner fortlaufend erfasst und kontrolliert", hieß es. "Sollte dabei erkennbar werden, dass eine größere Dimensionierung angezeigt ist, wären Kapazitätsaufstockungen möglich, um Auslastungsprobleme von vornherein auszuschließen." Die App ist seit ihrem Start Mitte Juni von mehr als 17 Millionen Bürgern heruntergeladen worden. Die App soll Nutzer informieren, ob sie in Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person geraten sind und daraus ein erhöhtes Ansteckungsrisiko anzunehmen ist, indem die Smartphones bei Unterschreitung eines bestimmten Abstands per Bluetooth-Signal einen verschlüsselten Code austauschen. Ist eine Person infiziert, können so ihre Kontaktpersonen ermittelt werden.