Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef der EVP-Fraktion im EU-Parlament und CSU-Vize, Manfred Weber, sieht nach der erwiesenen Vergiftung des russischen Regimekritikers Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff "eine enorme zusätzliche Belastung der Beziehungen zu Russland". Darauf müsse die europäische und westliche Wertegemeinschaft geschlossen und entschieden reagieren, sagte Weber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). "Die erwiesene Vergiftung von Alexej Nawalny muss dem Letzten klarmachen, dass in Russland politische Gegner mit allen Mitteln unschädlich gemacht werden", sagte Weber.

Es sei sehr unwahrscheinlich, dass hinter den Morden, Vergiftungen und Bedrohungen russischer Oppositioneller und Journalisten Zufälle stecken. "Es sind Vorgänge mit System", sagte der CSU-Vize. Die Vergiftung von Alexej Nawalny müsse auch umgehend Thema im Europäischen Parlament werden, sagte Weber. Die russische Führung sei "eine zügige, glaubhafte und umgehende Aufklärung schuldig".