Linz (dts Nachrichtenagentur) – Infolge der Coronakrise dürfte die Schwarzarbeit in Deutschland deutlich zunehmen. Das berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Nach Berechnungen des Ökonomen Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität im österreichischen Linz könnte der Anteil des Schattensektors an der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent wachsen.

Allein im Hotel- und Gaststättengewerbe werde das Ausmaß der Schwarzarbeit voraussichtlich von rund 55,2 Milliarden Euro auf 60,7 Milliarden Euro zulegen. Hauptgründe seien der starke Einbruch der Wirtschaft, der starke Anstieg der Kurzarbeit, der für sinkende Erwerbseinkommen sorgt, sowie die wachsende Arbeitslosigkeit, schreibt Schneider. In anderen EU-Ländern sei die Lage nicht besser. In Österreich dürfte der Schattensektor von 5,8 auf 7,3 Prozent wachsen, in Frankreich von 12,4 auf fast 15,9 Prozent und in Italien gar von 18,7 auf knapp 22 Prozent. In Schneiders Berechnungen fließen zahlreiche Faktoren ein, unter anderem die Höhe direkter und indirekter Steuern, die Bargeldmenge pro Kopf und die Dichte der Regulierung, mit der die Schwarzarbeit bekämpft wird.