Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Grünen im Bundestag fordern angesichts von Rekordhitze und Dürre die Regierung auf, rasch einen Zukunftsplan zur Wasserversorgung in Deutschland vorzulegen. "Die Bundesregierung ist hier gefordert, einen klaren rechtlichen Rahmen für ein nachhaltiges Wassermanagement zu schaffen. Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung hat dabei oberste Priorität", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Dafür müsse das noch vorhandene Trinkwasser effizienter genutzt und besser vor Umweltgiften geschützt werden. "Je mehr es verschmutzt ist, desto weniger steht zur Verfügung." Außerdem müsse es eine wasserschonende Landwirtschaft geben, die auf wechselnde Fruchtfolgen setze. Der Humusaufbau in Böden sollte gefördert werden. Durch lang anhaltende Trockenheiten und zu wenig Regen in den vergangenen Jahre sänken die Grundwasserspiegel. "Die Wasserversorgung stößt deshalb bei dieser extremen Hitze und in einigen Regionen an ihre Grenzen", warnte Hofreiter. Die Situation werde durch steigenden Wasserbedarf in der Landwirtschaft und die Verschmutzung von Grundwasser zum Beispiel von Nitrat verschärft. Diese Konflikte müssten dringend gelöst werden: "Wir haben uns zu lange darauf verlassen, dass Deutschland ein wasserreiches Land ist und sind zu verschwenderisch mit diesem kostbaren Gut umgegangen", sagte Agrar- und Umweltexperte Hofreiter. Anfang August hatte bereits der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck Ideen für einen "Hitze-Aktionsplan" vorgestellt. Es brauche ein einheitliches, abgestuftes Hitzewarnsystem mit einer bundesweiten Beratungs-Hotline für Hitzeopfer. In Gesundheitseinrichtungen sollten "Kühle Räume" eingerichtet, Städte und Gebäude viel stärker begrünt werden. Die Grünen halten dafür ein 800 Millionen Euro teures Förderprogramm für notwendig.