Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Weil Holz und Kunststoffe schon seit Wochen auf dem heimischen Markt knapp sind, warnt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), vor gravierenden Folgen. "Unternehmen müssen bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden – weil sie kein Material haben. Hinzu kommen immense Kosten für die Unterbrechung des Betriebs. Das wird hoffentlich nicht an sich gesunde Betriebe in die Knie zwingen und Entlassungen zur Folge haben", sagte Wollseifer dem "Mannheimer Morgen" (Samstagausgabe).

Er selbst habe eine solche Knappheit und Preisexplosion von gleich mehreren Materialien noch nie erlebt. Die Lage sei so dramatisch, dass er sie sogar der Kanzlerin und dem Bundeswirtschaftsminister vorgetragen habe. "Wenn wir dieses Problem nicht schnell in den Griff bekommen, brauchen wir uns nicht mehr über Wohnungsbau oder Energieeffizienz-Programme zu unterhalten – weil dann erstmal gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt gebaut wird." Wollseifer schlug vor, zum Beispiel die jüngsten Holzeinschlag-Beschränkungen aufzugeben, damit mehr Holz in den Kreislauf kommt. Oder zu ermöglichen, dass künftig auch vom Borkenkäfer befallenes Holz verarbeitet werden kann.