Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, hat das Vorgehen der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie kritisiert. "Leider wird die nun anstehende Konsultationsphase zur überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie nur wenige Wochen umfassen. Das ist viel zu kurz", sagte Wollseifer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Bis Ende Oktober können Vorschläge zur Weiterentwicklung der Strategie bei der Bundesregierung eingereicht werden. "Bis dahin können die Dialogpartner und Organisationen eine so breit aufgestellte Strategie mit ihren zahlreichen Themenunterfeldern nur schwer allumfassend analysieren und diskutieren", sagte Wollseifer. An die Politik appellierte der Handwerkspräsident, sich bei der Nachhaltigkeitsstrategie am Handwerk zu orientieren. "Die Politik täte gut daran, unser umfangreiches Erfahrungswissen für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zu nutzen und es noch stärker in politische Gestaltungsprozesse mit einzubeziehen. Da scheint mir noch reichlich Luft nach oben", sagte Wollseifer. Bisher sei das Handwerk zu oft lediglich Regelungsadressat. Nun sei es an der Politik, die Bedingungen für die eine Million Handwerksbetriebe zu schaffen, ihr Potential zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auszuschöpfen. "Das reicht von der besseren Planung regionaler Standortkonzepte und besseren Bedingungen für Betriebsübergaben, der Stabilität des Gesamtsozialversicherungsbeitrags für die Betriebe über praxisgerechten Arbeitsschutz und den Abbau von Bürokratie bis hin zu bezahlbarer Energie und einer besseren Förderung für Ausbildungsressourcen", sagte Wollseifer. Der aktuelle Entwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurde am Donnerstag veröffentlicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte zudem an, dass Bürger und Verbände nun bis Ende Oktober Zeit haben, um über eine Online-Konsultation Vorschläge zur Weiterentwicklung der Strategie einzureichen. Die neue Strategie soll dann im ersten Halbjahr 2021 beschlossen werden, teilte die Bundeskanzlerin mit. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie sollen unter anderem die 2015 von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erreicht werden.