Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat mit Unverständnis auf die Debatte um Sperrstunden und Alkoholverbote in Folge der Coronakrise reagiert. "In Städten, in denen Öffnungszeiten reduziert wurden und Alkoholverbote galten, berichteten die Wirte von Einbrüchen von 50 bis 70 Prozent. Diese Maßnahmen auf dem Rücken der Vielzahl unserer Betriebe, die sich regelkonform verhalten, sind völlig unverhältnismäßig", sagte die Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA, Ingrid Hartges, der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe).

Die Politik müsse alle Einschränkungen schlüssig erklären, so Hartges. Insbesondere müssten die Maßnahmen verhältnismäßig sein. "Andernfalls sind sie nichts weiter als blinder Aktionismus", sagte sie weiter. Immer neue unbegründete Verbote seien inakzeptabel und erhöhten nicht die Akzeptanz für notwendige Schutzmaßnahmen. "Wenn eine Stadt oder ein Landkreis als Risikogebiet ausgewiesen werde, führt das zu einer großen Verunsicherung der Gäste. Reisen und Restaurantbesuche werden häufig abgesagt. Für unsere Betriebe sind Umsatzeinbußen in erheblichem Umfang vorprogrammiert", so der Gaststättenverband. "Diese erhöhen sich, wenn Einschränkungen der Öffnungszeiten und Alkoholverbote hinzukommen." Ab nächsten Samstag müssen unter anderem in Berlin Restaurants und Bars von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr schließen.