Als Anleger gibt es verschiedene Weg, um in Gold zu investieren, alle mit Vor- und Nachteilen. Ein Investor sollte sich deshalb zunächst über seine eigenen Ziele Klarheit verschaffen. Erst danach macht es Sinn, einen Blick auf die verschiedenen Aspekte der unterschiedlichen Goldanlageformen zu werfen.

So ist sichergestellt, dass nicht einfach „irgendwie“ im Goldsektor investiert wird, sondern das Gold in einer Anlageform erworben wird, die optimal zu den Bedürfnissen des Anlegers und seinem persönlichen Zeithorizont passt. Zuletzt sollte auch die Frage geprüft werden, ob neben dem Gold auch die weißen Edelmetalle in der gewählten Strategie eine Rolle spielen sollen.

Wird diese Frage positiv beantwortet, dürfte meist Silber zum Einsatz kommen, weil den Anlegern hier eine Fülle von verschiedenen Anlageformen zur Verfügung stehen. Diese Fülle erhöht nicht nur die Auswahl. Sie senkt durch die größere Konkurrenz der Anbieter, beispielsweise im Vergleich zu Platin oder Palladium, auch die Kosten für den Anleger.

Der klassische Weg, in Gold und die weißen Edelmetalle zu investieren, ist ihr physischer Kauf in Form von Münzen oder Barren. Ein Anleger, der diesen Weg beschreitet, ist primär an einer Diversifizierung seines Vermögens interessiert. Das Gold hat im Rahmen dieser Strategie nicht die Aufgabe, eine Rendite zu erzielen, sondern das Vermögen abzusichern.

Gold als Krisenvorsorge

In den Medien kommt dieser Aspekt immer dann zur Sprache, wenn, bevorzugt bei finanziellen Crashs und politischen Spannungen, vom Gold als Krisenwährung die Rede ist. Im Allgemeinen ist es aber keine gute Idee, Gold erst beim Ausbruch der Krise zu kaufen, denn der Goldpreis ist dann meist schon sehr stark gestiegen.

Da politische Börsen meist recht kurze Beine haben, fällt der Preis des Goldes nach dem Ende der Krise sehr oft wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Ein Anleger, der in diese kurze Preisspitze hinein kauft, läuft Gefahr, einen zu hohen Preis zu bezahlen und am Ende auf seinen Verlusten sitzen zu bleiben.

Besser ist es, Gold dann zu kaufen, wenn die Nachfrage geringer und der Preis deutlich tiefer ist. Dies ist in vielen Jahren im Sommerhalbjahr der Fall, denn der Goldpreis folgt einem recht beständigen saisonalen Muster. Ein wesentlicher Grund dafür ist die nicht vorhandene industrielle Nachfrage.

Gold wird in der Industrie kaum benötigt. Es ist deshalb auch eher als Währung und nicht als ein Rohstoff zu sehen. Größere Kaufaufträge kommen entweder von institutionellen Anlegern, die das Gold kaufen oder verkaufen wie den US-Dollar oder den japanischen Yen, oder von der Schmuckindustrie.

Dem Zyklus des Goldpreises folgen

Verschenkt wird Gold überall auf der Welt zu recht ähnlichen Anlässen. Zu nennen sind hier insbesondere Hochzeiten und große Feste, an denen Familienangehörige und Freunde beschenkt werden. Im westlichen Kulturkreis ist dies das Weihnachtsfest, in China das chinesische Neujahr.

Da diese Feste alle in das Winterhalbjahr fallen, ordert die Schmuckindustrie ihren Goldbedarf Jahr für Jahr nach einem ähnlichen Muster. Gekauft wird nach dem Ende des Sommerurlaubs, unmittelbar vor dem Beginn der Produktion der Ware für die Festsaison.

Das führt dazu, dass der Goldpreis fast in jedem Jahr Ende August zu steigen beginnt. Bis Ende Februar verharren die Preise auf einem hohen Niveau. Danach schwächt sich die Nachfrage aus der Schmuckindustrie ab und mit ihr fällt auch der Goldpreis wieder etwas zurück.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Diese können Anleger jedoch für sich nutzen, indem sie ihr Gold bevorzugt im Sommerhalbjahr kaufen, wenn der Preis zur Schwäche neigt, und es nach Möglichkeit zwischen September und März verkaufen.

An der Goldproduktion mit verdienen

Anleger, die das Gold nicht nur zu Absicherungszwecken erwerben, sondern mit ihrem Goldinvestment auch eine konkrete Renditeerwartung verknüpfen, positionieren sich gerne im Sektor der Goldminen. Die Branche ist für Investoren auch deshalb interessant, weil mit ihr sowohl die Gold- als auch die Aktienkarte gespielt werden kann.

Dieser Vorteil bringt im Vergleich zum Kauf des physischen Edelmetalls jedoch auch ein deutlich erhöhtes Risiko mit sich, denn neben das Preisrisiko tritt nun auch das Managementrisiko, das bei jeder Investition in ein Unternehmen immer besteht. Daher gilt auch für Goldminen-Unternehmen, was auch für andere Firmen gilt: Verkalkuliert sich das Management und trifft falsche Entscheidungen, kann der Wert der eigenen Beteiligung am Unternehmen dramatisch sinken.

Arbeitet die Goldmine hingegen erfolgreich, sind wie bei anderen Unternehmen auch Dividenden und Kursgewinne als mögliche Form der Erträge zu erwarten. Der Minensektor ist aber – wie der Rohstoffsektor insgesamt – eine sehr zyklische Branche. Auch dies können Investoren für sich nutzen, indem sie sich bevorzugt am Beginn eines neuen Zyklus positionieren und neue Goldminen-Aktien erwerben. Verkauft wird dann am Hoch, wenn auch andere Anleger die Minenbranche für ein gutes Investment halten.

Ein wesentlich spekulativeres Pflaster sind die Explorer und Developer. Sie produzieren noch nicht und haben damit noch keine Einnahmen, aus denen sie ihre laufenden Ausgaben finanzieren können. Sie sind deshalb immer auf den Zufluss von frischem Kapital angewiesen.

Eine Gratwanderung am Tropf des Kapitalmarkts

Besonders groß ist der Kapitalbedarf bei den Developern. Sie haben bereits eine Lagerstätte gefunden, die sich bei den aktuellen Preisen wirtschaftlich ausbeuten lässt. Selbstverständlich ist dies keineswegs, denn auf 1.000 Projekte, die erkundet werden, kommt am Ende eine einzige produzierende Mine.

Damit wird nicht nur das wesentlich höhere Gefahrenpotential des Sektors deutlich. Zu beachten ist auch, dass gerade der Aufbau einer Goldmine ein sehr zeit- und kapitalintensives Unterfangen ist. Selbst kleinere Produktionsstätten benötigen zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur ohne Probleme Summen zwischen 100 und 150 Millionen US-Dollar.

Daher ist der Zugang zu frischem Kapital in allen Phasen des Marktes nicht nur ein wichtiger, sondern ein überlebenswichtiger Faktor. Ist er beispielsweise, wie in den Jahren der Finanzkrise, nicht mehr gegeben, sterben viele Projekte eines schnellen Todes.

Noch gefährlicher ist die Investition in einen Explorer. Diese stehen ganz am Anfang der Kette, denn sie erkunden verschiedene Lagerstätten und prüfen durch ihre Bohrungen, ob die Erzkörper groß genug sind, um profitabel ausgebeutet zu werden. Wie bereits erwähnt, ist dies nur bei sehr wenigen Projekten der Fall.

Kenne dich selbst und kenne deine Risiken

Anleger, die in eines der erfolgreichen Projekte investieren, machen oft einen sehr hohen Profit. Diesen Gewinnen stehen aber mögliche Pleiten anderer Gesellschaften gegenüber. Frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen, ist für die Investoren deshalb keine einfache Aufgabe, aber immens wichtig.

Darum ist dieser Sektor mit einem sehr hohen Risiko behaftet. Hier sollten deshalb nur sehr erfahrene Anleger tätig werden, die wissen, auf welche Gefahren sie sich einlassen und mit diesen enormen Risiken sowohl finanziell als auch psychologisch gut umgehen können!