Köln (dts Nachrichtenagentur) – Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sieht alle der möglichen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU für die kommende Bundestagswahl kritisch. "Keiner der potenziellen Kanzlerkandidaten der Union überzeugt mich vollends", sagte Hüther dem Nachrichtenportal T-Online. Allerdings gehe es ohnehin weniger um Personen, so der Ökonom.

"Wichtiger ist, welche Koalition Deutschland künftig regiert. Klar ist dabei nur: Wenn es weiterhin bei diesem schwarz-roten Gewürge bleibt, wäre das für die Wirtschaft schädlich." Verglichen mit der Großen Koalition sei eine Regierung unter Beteiligung von Union und Grünen attraktiver. "Mit einer schwarz-grünen Koalition könnte zumindest Aufbruchstimmung entstehen. Viele Fragen würden neu bewertet", sagte Hüther. "Die Grünen sind inzwischen deutlich realistischer und pragmatischer als sie es noch vor Jahren waren. Selbst in ihren Reihen gibt es genug Leute, die wissen, dass der gleichzeitige Ausstieg aus der Atom- und der Kohlenergie schwierig ist. Eine Koalition von Grünen und der Union kann durchaus interessant sein." Das Ausscheiden Angela Merkels als Bundeskanzlerin hält Hüther derweil für "geboten" – fehlen werde sie ihm nicht. "Familienangehörige kann man vermissen, aber doch keine Politiker", sagte er. "Zudem sind 16 Jahre in Regierungsverantwortung eine sehr lange Zeit, da schadet Wechsel nicht. Insofern werde ich Angela Merkel nicht vermissen." Politik lebe nicht vom Stillstand, sondern von "Dynamik, Demokratie vom Wechsel". Es sei deshalb nur konsequent, dass Merkel ihren Posten nächstes Jahr räume, so Hüther.