Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Migrationsexperte Gerald Knaus hat den Plan der EU-Kommission als "Unsinn" bezeichnet, unwillige Mitgliedsstaaten in der Flüchtlingspolitik auf die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber zu verpflichten. "Die Kommission versucht so, einen unüberbrückbaren Gegensatz innerhalb der EU zu übertünchen", sagte er der "Rheinischen Post". Stattdessen fordert Knaus, eine Gruppe von EU-Staaten müsse in der Migrationspolitik vorangehen.

Wenn die EU ihre Außengrenze kontrollieren wolle, ohne Werte wie die Menschenwürde zu opfern, müsse sie weiter mit Drittstaaten wie der Türkei kooperieren. Knaus ist Gründungsvorsitzender der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI) und gilt als Architekt des EU-Türkei-Abkommens aus dem Jahr 2016. Am Donnerstag sprechen die EU-Innenminister in einer Videokonferenz über den neuen Pakt zur Flüchtlingshilfe, den die EU-Kommission vorgelegt hat.