Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach glaubt nicht an ein schnell anziehendes Impftempo durch die Mithilfe der Hausärzte. "Das wird den Weg aus der dritten Welle nicht wirklich beschleunigen, denn dafür haben wir nicht genügend Impfstoff", sagte er der RTL/n-tv-Redaktion. Dennoch stimmt er die Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu, dass bis Mai 20 Prozent der Deutschen eine Erstimpfung bekommen könnten.

"Die Berechnung würde ich sogar teilen, aber das enthält ja die zehn Prozent, die jetzt bereits geimpft sind", so Lauterbach. Der SPD-Politiker spricht sich dafür aus, Menschen mit vollem Impfschutz ihre Grundrechte zurückzugeben: "Menschen, die vollgeimpft sind, sollten so behandelt werden wie Menschen, die negativ getestet sind. Aber die Diskussion ist verfrüht." Denn Lauterbach will erst einen harten Lockdown, bevor über Lockerungen und Privilegien diskutiert wird. Vereinzelte Öffnungen wie im Saarland hält Lauterbach für ein falsches Signal: "Ein Lockdown, der jetzt beginnt, ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig in Modellprojekten gelockert wird." Der Gesundheitspolitiker würde erst lockern, wenn die Zahlen nachweislich sinken: "Wenn man eine Woche lang sinkende Zahlen hat, kann man aus dem Lockdown rausgehen." Das Ziel müsse es sein, mit dem R-Wert stabil unter eins zu kommen. Um einen bundesweiten Flickenteppich künftig zu verhindern, würde Lauterbach bundeseinheitliche Corona-Regeln befürworten, doch für ein eigenes Gesetz wäre gerade keine Zeit: "Weil für ein solches Gesetz, wenn es durch den Bundestag oder geschweige denn durch den Bundesrat käme, sehr viel Zeit vergeht. Wir müssen uns jetzt aber nicht damit beschäftigen, wie Politik zu funktionieren hat, sondern wir müssen einfach Politik machen."