Berlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Chef Christian Lindner fordert einen jährlichen CO2-Deckel. "Wer CO2 emittiert, der wird sich und sollte sich seine Rechte daran kaufen müssen. Das wäre ein marktwirtschaftliches Instrument, das Anreize gibt, CO2 zu vermeiden oder auch CO2 zu speichern, etwa durch die Aufforstung von Wald", sagte Lindner am Dienstag im Deutschlandfunk.

Mit einem "unaufgebbaren, nicht hintergehbaren CO2-Deckel", welcher den Menschen und der Wirtschaft nicht im Einzelnen vorschreibe, wo CO2 vermieden oder gespeichert werden sollte, erziele man einen besseren globalen Effekt. Die neue EU-Kommission sowie China setzten auf einen solchen CO2-Marktmechanismus. "Die Kommunistische Partei Chinas hat erkannt: Das wirksamste Instrument zum Umgang mit knappen Ressourcen ist die Selbstkoordinierung der Marktwirtschaft bei klaren Regeln." Nur in Deutschland gehe man einen "sehr planwirtschaftlichen Weg mit ganz tiefen Markteingriffen", so der FDP-Parteivorsitzende. "Wenn Europäische Union und die Volksrepublik China einen gemeinsamen globalisierten CO2-Markt etablieren würden, gemeinsam einen CO2-Deckel installieren würden, dann hätte das eine Strahlwirkung für die ganze Welt – viel mehr als die deutschen Sonderwege." Andere in Europa würden bereits "groß denken", sagte Lindner und nannte die Entstehung einer künstlichen Insel für Offshore-Windenergie vor Dänemark als Beispiel. "Andere sind längst ins Gelingen und in Lösungen verliebt, wo wir noch zu sehr, zu konventionell nur an Verbote und Verzicht denken", so der FDP-Chef.