Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat die Grünen, bei denen sie selbst Mitglied ist, für ihren Umgang mit den Rodungen im Dannenröder Forst in Hessen kritisiert. "Das große Problem bei den Grünen ist, dass sie sich nicht wie eine Partei verhalten, die für sich in Anspruch nimmt, für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens kämpfen zu wollen. Das sehen wir gerade in Hessen", sagte sie der "Welt".

Neubauer warf den Grünen und anderen Parteien angesichts der Klimakrise "fehlenden Realismus" vor. "Da sind alle Parteien gefragt, sich der Herausforderung selbstbewusst und mit klugen Konzepten zu stellen, statt Physik kleinreden zu wollen. Und in Hessen sieht man mit der geplanten Rodung des Dannenröder Waldes gerade symbolisch, was es bedeutet, wenn Parteien vor ihren Verantwortlichkeiten flüchten", so die "Fridays-for-Future"-Aktivistin. Ihre eigene Zukunft bei den Grünen ließ Neubauer auf Nachfrage offen. Auf die Frage, ob die Grünen noch die richtige Partei für sie seien, sagte sie: "Darüber reden wir ein andermal." Im Dannenröder Forst in Hessen sollen für den Ausbau der Autobahn 49 Bäume gerodet werden. Umwelt- und Klimaschützer protestieren dagegen. Am Sonntag soll in Dannenrod eine Großkundgebung stattfinden.