Bamako (dts Nachrichtenagentur) – In Mali haben aufständische Soldaten mehrere Regierungsmitglieder festgesetzt, vermutlich auch Staatspräsident Keita und Regierungschef Cissé. Zuvor hatten sie eine Militärbasis in Kati, etwa 15 Kilometer von Bamako entfernt, unter ihre Kontrolle gebracht und sich von dort aus in Richtung Hauptstadt bewegt. Keita erklärte schließlich in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache seinen Rücktritt – wohl nicht ganz freiwillig.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich entsetzt. "Wir verurteilen entschieden den Versuch, in Mali eine verfassungswidrige Übernahme der Macht durch das Militär herbeizuführen", sagte Maas. Die Soldaten müssten in ihre Kasernen zurückkehren und die Festsetzung von Regierungsmitgliedern beenden. Die Bundeswehr ist neben einer EU-Ausbildungsmission im Norden Malis auch am UN-Einsatz in dem westafrikanischen Land beteiligt. Der Bundestag erlaubt die Entsendung von bis zu 1.100 deutschen Soldaten, das Mandat gestattet auch den Einsatz von Waffen.