Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der Familienminister und stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Joachim Stamp (FDP), hat sich für mehr mögliche Kinderkrankentage der Eltern in der Corona-Zeit ausgesprochen. "Wir sollten die Krankentage für Eltern ausweiten, wo sie freinehmen können für die Betreuung ihrer kranken Kinder. Mit dem jetzigen Kontingent ist das in Fragen einer Pandemie nicht dauerhaft zu stemmen", sagte Stamp im RTL/n-tv-"Frühstart".

Bislang stehen beiden Elternteile zusammen 20 solcher Tage pro Jahr und Kind zu. In der Pandemie wird allerdings häufig erwartet, dass sie ihre Kinder schon bei leichteren Krankheitsanzeichen nicht in die Schule oder Kita schicken. Stamp forderte die Bundesregierung auf, zu handeln. "Wir müssen mehr Rücksicht auf die Familien nehmen. Deshalb wünsche ich mir von Frau Giffey, von Herrn Heil, von Herrn Spahn hier jetzt endlich mal eine vernünftige Lösung." Sollte von der Bundesregierung nichts kommen, werde man eine Änderung der Kinderkrankentage von Nordrhein-Westfalen aus über den Bundesrat anstoßen. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland warnte Stamp vor neuen Maßnahmen bei Kitas und Schulen. "Das ist jetzt wirklich der letzte Bereich, wo wir tatsächlich flächendeckend Einschränkungen vornehmen sollten." Wenn es zu Virusausbrüchen an einzelnen Standorten kommen, müsse dort "massiv" getestet werden, "auch in die Familien hinein". Über das geplante Großkonzert unter anderem mit Sarah Connor in Düsseldorf sagte Stamp: "Ich sage ganz ehrlich, ich bin da sehr skeptisch. Ich glaube, dass das derzeit sehr, sehr schwierig ist." Wenn das Konzerte wirklich stattfinde, müssten sich alle konsequent an das vorgelegte Hygienekonzept halten, so der FDP-Politiker. "Gerade wenn so eine Partystimmung ist, wird es auch schnell unkontrolliert."