Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef der Pisa-Studie und OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher warnt vor langfristigen Folgen eines eingeschränkten Betriebs von Kitas und Schulen. In dieser Sache gehe es "um eine Frage der Verhältnismäßigkeit der Mittel, die wir einsetzen, um das Virus zu bekämpfen", sagte Schleicher dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). "Dabei dürfen wir die langfristigen Folgen von Kita- und Schulschließungen nicht unterschätzen", so der OECD-Bildungsdirektor.

"Geht ein Drittel eines Schuljahres verloren, so geht das im Mittel später mit drei Prozent geringerem Lebenseinkommen einher." Insbesondere aber treffe es Schüler aus sozial benachteiligten Zusammenhängen, die den Anschluss oft nur sehr schwer wieder fänden. "Deshalb ist die Wiederherstellung des Regelbetriebes von Kitas und Schulen ein wichtiges Ziel, und wo Schulschließungen weiterhin notwendig sind, sollten diese soweit wie möglich lokal begrenzt bleiben", sagte Schleicher.