Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesschülerkonferenz hält den Beschluss von Ministerpräsidenten und Kanzlerin in Sachen Schule für vollkommen unzureichend. "Der Beschluss, wenn man ihn so nennen kann, ist mehr als ernüchternd. Ein einheitliches Vorgehen wäre nicht nur wünschenswert, sondern essenziell gewesen", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben).

"Mal wieder können die Länder völlig frei entscheiden, wie sie mit Schulen verfahren, das ist vor allem hinsichtlich der Akzeptanz der Maßnahmen fatal." Schramm fügte hinzu: "Zwei Landkreise aus unterschiedlichen Bundesländern mit derselben Inzidenz – in dem einen ist die Schule offen, in dem anderen nicht. Das versteht doch wirklich kein Mensch." Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz sagte: "Ich bin zutiefst enttäuscht, dass man es im Föderalismus mal wieder nicht geschafft hat, einen Weg zu gehen." Er ergänzte: "Für mich ist ebenfalls fraglich, wofür es die Kultusministerkonferenz aktuell noch benötigt, wenn die Entscheidungen doch wieder völlig unabgestimmt auf Länderebene stattfinden." Der Schülervertreter warnte: "Das Chaos ist komplett, wenn wir uns die anstehenden Abiturprüfungen anschauen. Der eine Schüler wird sich vor Ort in der Schule vorbereiten können, ein anderer muss auf den qualitativ schlechteren Distanzunterricht hoffen – von einem einheitlichen Vorgehen ist das weit entfernt." "Schulen haben oberste Priorität" – so werde es seit Monaten gesagt. "Wir haben heute aber keinen konkreten Pläne bekommen was das eigentlich in der Praxis bedeutet", sagte Schramm. "Der Frust der Schüler wird mit solch nichtssagenden Papieren nur gestärkt." Ganz ähnlich äußerte sich der Deutsche Lehrerverband. "Der Deutsche Lehrerverband bedauert es, dass die Bundesländer sich in der Frage der Schulöffnungen nicht auf eine gemeinsame Öffnungsstrategie haben einigen können und wiederum nicht einheitlich nach dem Infektionsgeschehen, sondern nach politischen Erwägungen gehandelt wird", sagte Lehrerverbands-Chef Hans-Peter Meidinger der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Damit gehen die Bundesländer, die jetzt vorpreschen, ohne dass die Inzidenzzahlen das hergeben, ein großes Risiko ein", warnte Meidinger. Der Lehrerverband erwarte, "dass diese Länder zumindest beim Gesundheitsschutz das Menschenmögliche tun, um Ansteckungsrisiken in Schulen zu minimieren." Konkret forderte Meidinger den massenhaften Einsatz von regelmäßigen Selbsttestungen wie in Österreich bei Schülern und Lehrkräften, eine qualifizierte Maskenpflicht auch für Schülerinnen und Schüler, die Beschaffung von Raumluftfilteranlagen und Anstrengungen, Lehrkräfte früher als bisher vorgesehen zu impfen.