München (dts Nachrichtenagentur) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich nach der Vorstellung des Zwischenberichts zur Atommüll-Endlagersuche kritisch geäußert. "Es bleiben eine Menge Anfragen und eine große Portion Skepsis", sagte Söder am Montagmittag in München. Bereits jetzt bestehe in Bayern "de facto eine absolute Hauptlast" in der Frage der Lagerung des Atommülls.

Bayern sei auch durch tschechische Überlegungen, ein Endlager an der niederbayerischen Grenze zu errichten, betroffen – und damit stärker als nahezu jedes andere Land. "Insofern haben wir auch das Recht und die Möglichkeit darüber zu reden, wie es weitergehen soll", so Söder. Dem Zwischenbericht zur Endlagersuche zufolge seien momentan in Bayern zwei Drittel der Fläche und insgesamt acht Millionen Einwohner betroffen. Von bayerischer Seite werde es trotzdem keine "Totalblockade" des Verfahrens geben, so Söder. "Im Gegenteil, wir werden dieses Verfahren sehr konstruktiv, aber auch kritisch begleiten", sagte der Ministerpräsident. "Wir werden im gesamten Verfahren auch eigene wissenschaftliche Expertise einfließen lassen." Man werde sich außerdem nachhaltig dafür einsetzen, dass keine "politisch motivierte Entscheidung" getroffen werde.