Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat vorgeschlagen, die Nominierung der Union für die Kanzlerkandidatur auf März 2021 zu legen und sie nicht mit dem CDU-Bundesparteitag im Dezember 2020 zu verbinden. Es sei auch eine Frage des Respekts gegenüber der amtierenden Kanzlerin, dass man nicht lange vor der Wahl eine "Nebenregierung" platziere, sagte Söder im ARD-Sommerinterview. Wenn man sich Zeit lasse, könne man "sozusagen aus einem Guss von einer erfolgreichen Regierung in einen möglichen Wahlkampf" gehen.

Der CSU-Chef ließ zudem Zweifel erkennen, dass die CDU ihn als Kanzlerkandidaten nominieren könnte: "Es gab jüngst eine Umfrage in Bayern, wo zwar die Mehrzahl der Bayern mir eine solche Aufgabe vielleicht zutraut in Berlin. Aber die gleiche Mehrzahl möchte auch, dass ich in Bayern bleibe." Das sei für ihn ein "sehr starkes Indiz, ein gewichtiges Argument". Hinzu komme, dass das erste Zugriffsrecht immer bei der CDU liege, der größeren Schwester. "Also mein Platz ist in Bayern und das ist so eindeutig", so Söder im "Bericht aus Berlin".