Spahn ruft Bundestag zu grundlegender Reform der Organspende auf

Veröffentlicht: 16. Januar 2020 | 0:00 Uhr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Unmittelbar vor der Bundestagsabstimmung an diesem Donnerstag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die Abgeordneten appelliert, eine grundlegende Reform der Organspende zu ermöglichen. "Wir müssen mutiger sein und einen Kulturwandel einleiten", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Das gehe nur mit der von ihm favorisierten Widerspruchslösung.

"Die Bereitschaft zur Organspende muss Normalität werden", so der CDU-Politiker weiter. Er erinnerte daran, dass auch er seine Haltung in dieser Frage geändert habe: "Ich bin jahrelang selber dafür eingetreten, allein über Aufklärungskampagnen Menschen für die Organspende zu gewinnen", sagte Spahn. Doch das reiche nicht. "Damit werden wir den Tausenden Patienten nicht gerecht, die voller Hoffnung auf Spender-Organe warten", so der Gesundheitsminister weiter. Zuvor hatte sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gegen die Widerspruchslösung ausgesprochen. "Ich bin aus tiefer Überzeugung für eine Lösung, die das Prinzip der Freiwilligkeit akzeptiert", sagte Kramp-Karrenbauer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ihr falle die Vorstellung "schwer, jemand von Staats wegen zur Organspende zu verpflichten, der sich von dieser Pflicht erst wieder freimachen muss". Sie sei selbst Organspenderin. "Das ist ein Thema, das mich sehr umtreibt: Jederzeit kann ich das sein, kann das eines meiner Kinder sein, die auf ein Organ angewiesen sind", so die CDU-Chefin weiter. Weil die Organspende für viele Mandatsträger ein höchst persönliches Thema sei, habe auch die Unionsfraktion die Debatte freigegeben - mit offenem Ausgang. "Ich wage keine Prognose, wie die Abstimmung im Bundestag am Donnerstag ausgeht", sagte Kramp-Karrenbauer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Wenn die Debatte dazu führe, dass es mehr Organspenden in Deutschland gebe, sei das schon positiv. Die CDU-Vorsitzende gehört nicht dem Bundestag an.