Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Vize Thomas Strobl verbittet sich in Fragen des CDU-Vorsitzes eine Einmischung durch CSU-Chef Markus Söder. "Wann und in welchem Verfahren die CDU die Parteivorsitz-Frage klärt, ist allein Sache der CDU", sagte der baden-württembergische Innenminister und CDU-Landeschef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Das gelte auch für "gut gemeinte Hinweise" aus München.

"Wir in der CDU trödeln nicht rum – wir lassen uns aber auch von niemandem treiben", so Strobl. CSU-Chef Söder hatte sich mehrfach für eine zeitliche Trennung zwischen der Entscheidung über den CDU-Vorsitz und die Frage der Kanzlerkandidatur ausgesprochen und zu einer gewissen Eile gedrängt. Es spreche vieles dafür, Kramp-Karrenbauers Nachfolge "nicht endlos hinauszuschieben", hatte Söder vor einer CSU-Vorstandssitzung am Montag in München gesagt. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatte nach dem angekündigten Rückzug Kramp-Karrenbauer vor einem Machtvakuum gewarnt und ebenfalls zur Eile gedrängt. Am Montag will die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer Präsidium und Vorstand über den Stand der Dinge bei der Suche nach einem neuen CDU-Vorsitzenden unterrichten. Sie hatte am Dienstag und Mittwoch Gespräche geführt mit allen, die als Anwärter für den Parteivorsitz oder die Kanzlerkandidatur gehandelt werden. Neben Außenpolitiker Norbert Röttgen sind das Ex-Bundestagsfraktionschef Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn.