Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der steigenden Corona-Infektionen sieht die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, noch keinen Kontrollverlust. Aber "wir haben eine Problematik, dass wir nicht mehr hinterherkommen mit der Personalsituation", sagte sie den ARD-Tagesthemen. Es zeige sich nun, "dass es ein Fehler war, dass die Gesundheitsämter über Jahre hinweg schlecht ausgestattet waren".

Wenn von einem auf den anderen Tag Hunderte neue Fälle mit Kontaktpersonen in einem Gesundheitsamt aufträten, "können sie nicht so viele Menschen beschäftigen, wie sie eigentlich brauchen würden". Auf die Frage, ob man nicht mehr auf jeden einzelnen Fall schauen sollte, sondern nur auf Cluster, also lokale Hotspots, antwortete Teichert, das wäre tatsächlich gut. "Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte." Und es würde gleichzeitig bedeuten, "man müsste sich in Quarantäne begeben, auch wenn Sie nicht positiv getestet sind, aber bei einem Cluster dabei waren".