Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, der US-Demokratie mit seinen Aussagen im ersten TV-Duell zur bevorstehenden Präsidentschaftswahl schwer zu schaden. "Trump ermuntert weiße, rassistische Milizen für den Fall seiner Niederlage `bereit zu stehen`", sagte Trittin dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Diese "Bürgerkriegsrhetorik" bedrohe die US-Demokratie.

Auch über diese werde am 3. November abgestimmt, so der Grünen-Bundestagsabgeordnete. Trump hatte sich geweigert, sich ausdrücklich von weißen rassistischen Gruppen wie den "Proud Boys" zu distanzieren. "Proud Boys – haltet euch zurück und haltet euch bereit", sagte Trump im Duell. Trittin bezeichnete die Debatte als "Tiefpunkt demokratischer Kultur". Ein Präsident Trump, der als "Bully" auftrete und Moderator sowie Joe Biden ständig unterbricht, habe einen echten Schlagabtausch unmöglich gemacht. "Einen klaren Gewinner gibt es nicht." Biden habe es geschafft, die Zuschauer an einzelnen Punkten direkt anzusprechen, emotional wie sachlich. "Ihm hat das Duell nicht geschadet", sagte der Grünen-Politiker. Trump hingegen ahne, dass es für ihn angesichts der hohen Arbeitslosigkeit im Land schwer werde. "Deshalb verunglimpft Trump die Wahlen schon im Voraus", so Trittin. Europa müsse sich darauf einstellen, dass die tief gespaltenen Vereinigten Staaten "bis auf Weiteres mit sich selbst beschäftigt sein werden", so der Außenpolitiker.