Köln (dts Nachrichtenagentur) – Mit dem angekündigten Rücktritt seiner Beraterin Kellyanne Conway verliert US-Präsident Donald Trump nach Ansicht von Politologe Thomas Jäger eine enorm wichtige Beraterin. "Conway war nach außen in der ganzen Zeit wichtig", sagte der Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln zur Rolle Conways dem Nachrichtenportal Watson. Sie habe einen "wesentlichen Anteil" daran gehabt, dass Trump 2016 gewählt wurde.

Seither sei sie "stets eine für Trump verlässliche Verkünderin und Verteidigerin seiner Politik" gewesen. "Am bekanntesten wurde ihr Argument, dass Trump `alternative Fakten` berücksichtige. Damals schüttelten alle den Kopf und dachten: `Sowas kann man doch nicht ernsthaft sagen!`", so Jäger. Die Erfahrung seither sei: "Man kann." Und vor allem der Präsident habe sich trefflich um alternative Fakten bemüht. "Kurz und knapp: Conway war nach außen in der ganzen Zeit wichtig." Für seine Kampagne zur Wiederwahl als Präsident wird Conways Abgang laut Jäger einerseits schädlich sein, weil eine erfahrene Wahlkämpferin fehle, andererseits könne Trumps gerade neu organisiertes Wahlkampfteam jetzt "ohne weitere organische Disruptionen" weiterarbeiten. "Conway wird auf dem Parteitag in dieser Woche noch reden, aber eigentlich kennt der Wahlkampf ab jetzt nur noch zwei Stimmen: die von Mike Pence und Donald Trump", sagte der Politologe.