Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Verdi-Chef Frank Werneke hat den Zeitpunkt der Warnstreiks im öffentlichen Dienst verteidigt. "Im Unterschied zu den öffentlichen Arbeitgebern leiden die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und wir als Verdi nicht unter Gedächtnisschwund", sagte er am Dienstag dem Fernsehsender Phoenix. Das Engagement der Mitarbeiter während der Coronakrise, für das es viel "Applaus und Respekt" gegeben habe, müsse nun auch entlohnt werden.

Verdi habe den öffentlichen Arbeitgebern eine Tarifverhandlung im Frühjahr des kommenden Jahres angeboten, diese Vorschläge seien allerdings abgelehnt worden. Die Arbeitgeber erhofften sich seiner Einschätzung nach ein "Momentum", unter den Bedingungen der Pandemie einen "möglichst schlechten Tarifabschluss" durchsetzen zu können, so Werneke. Verdi sei sich der Verantwortung und der Situation "absolut" bewusst, es gebe aber keinen Grund, "weshalb es in diesem Jahr und auch ins nächste Jahr hinein keine Einkommenssteigerung geben kann".