Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Sahra Wagenknecht hat über ihre Jugend in der DDR und ihre Außenseiterrolle in dieser gesprochen. Als Halb-Iranerin wurde sie wegen ihres Aussehens ausgegrenzt, sagte sie dem Nachrichtenportal T-Online. "Dunkle Haare, dunkle Augen. Da haben andere Kinder geguckt und gesagt: Wie sieht denn die aus?" Doch dagegen habe sich Wagenknecht gewehrt.

"Ich war auch als Kind schon recht robust und wenn man mich gehänselt hat, bin ich auch von mir aus auf andere Kinder los." Als junge Frau in der DDR stieß sie immer wieder auf Widerstand. Es habe keine offene Diskussion gegeben, so Wagenknecht. "Wenn ich einen Artikel aufgehängt habe, wurde der abgenommen. Am Ende habe ich auch mitgeteilt bekommen, ich sei nicht aufgeschlossen für das Kollektiv." Ihr wurde der Zugang zum Studium verwehrt. "Ob ich dann irgendwann zum Studium zugelassen worden wäre, war offen", sagte die Linken-Politikerin. Mit der Wende änderten sich ihre Karrierechancen schlagartig. Über ihre Gefühlslage am 3. Oktober 1990 sagte sie, dass sie "innerlich gespalten" gewesen sei. Als junge Politikerin wurde Wagenknecht dann im Westen mit großen Vorbehalten konfrontiert. "Ich galt damals als Inkarnation von Rückwärtsgewandtheit und schlimmstem Stalinismus." Auf einige Politikgrößen aus dem Westen blickt sie heute aber gelassener als noch in den 1990er-Jahren, zum Beispiel auf Helmut Kohl. "Rückblickend ist er mir fast sympathisch."