Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will der deutschen Stahlindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität helfen. "Je mehr wir für den Klimaschutz tun, um so mehr müssen wir auch bereit sein, die Wirtschaft bei dem notwendigen Innovationsprozess zu unterstützen", sagte Altmaier dem "Handelsblatt". Besonders betroffen sei die Stahlindustrie.

Sie benötige für den Umstieg auf die Produktion von klimaneutralem Stahl mittels grünem Wasserstoff "bis 2050 rund 30 Milliarden Euro, bis 2030 rund zehn Milliarden Euro", sagte Altmaier. "Diese Kosten sind gesamtgesellschaftliche Kosten, deshalb müssen wir uns als Gesellschaft daran beteiligen", sagte der Minister. Das gelte auch für die Herausforderungen, vor denen beispielsweise die Chemieindustrie stehe. Er erkenne in der Europäischen Kommission "eine große Bereitschaft dafür, die beihilferechtliche Genehmigung" für die Unterstützung des Transformationsprozesses in der Stahlindustrie zu erteilen. Wenn die Genehmigung vorliege, gehe es darum, "einzelne Förderbeträge festzulegen, die in Form von Zuschüssen zu den Investitionskosten gewährt werden", sagte er. "Wir müssen dann mit der Stahlindustrie klären, wann welche Investitionen an welchen Standorten getätigt werden." Die Unternehmen bekämen das Geld gegen ganz konkrete Zusicherungen von Investitionen. "Alle deutschen Stahlunternehmen sind bereit, sich an dieser gemeinsamen Kraftanstrengung zu beteiligen", sagte Altmaier. Mit dem im Juni von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpaket stünden bis zu sieben Milliarden Euro für Wasserstoffprojekte zur Verfügung. "Es ist also Geld für den Transformationsprozess vorhanden. Die Investitionen werden sich über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren erstrecken. Die Hochöfen der Stahlindustrie werden nacheinander ausgetauscht, abhängig von ihrem Alter und ihrer Belastung", sagte Altmaier.