Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Mai 2020 um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Insgesamt meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.504 Unternehmensinsolvenzen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen in der Coronakrise spiegelt sich demnach bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Ein Grund dafür sei, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist, so die Statistiker. Die meisten Insolvenzanträge gab es im Wirtschaftsbereich Handel. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für Mai 2020 auf knapp 3,1 Milliarden Euro, im Mai 2019 hatten sie bei rund 2,5 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Mai 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Mai 2019. Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 6.028 übrige Schuldner im fünften Monat des Jahres Insolvenz an. Das waren 20,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter waren 4.335 Insolvenzanträge von Verbrauchern (-23,4 Prozent gegenüber Mai 2019) sowie 1.365 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Verbraucher- beziehungsweise ein Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.